#30 - Weniger Stress, mehr Leben – mit Franca Cerutti

Shownotes

Was macht ein Leben eigentlich zufrieden – und warum tut uns bewusstes Nichtstun so gut? In dieser Folge spricht Daniel Mack mit der psychologischen Psychotherapeutin, Autorin und Podcasterin Franca Cerutti über Zukunftsängste, den wachsenden Leistungsdruck in der Gesellschaft und warum ständige Erreichbarkeit uns mehr Energie kostet, als wir denken. Die beiden tauschen sich über Rituale aus, sprechen über Multitasking und Gelassenheit und werfen einen Blick nach Finnland, das laut World Happiness Report als glücklichstes Land der Welt gilt. Außerdem geht es um Franca Cerruttis neues Buch „Die innere Oma“ und darum, was uns saisonale Stimmungstiefs wirklich sagen.

In dieser Folge erfährst du…

  • Warum Stress und Erschöpfung heute ein klassisches Thema unserer Gesellschaft sind
  • Wie Multitasking unser Gehirn wirklich überfordert
  • Warum bewusste Pausen so wertvoll sind
  • Ob Herbst- und Winterblues wirklich real sind (und was du dann tun kannst)
  • Was wir von Finnland als “das glücklichste Land der Welt” lernen können

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Links zur Folge: Website: Franca Cerutti - Psychologie to Go Francas Podcast “Psychologie to Go” auf Apple Podcast Francas Podcast “Psychologie to Go” auf Spotify

Tea Time im Studio: Host: Daniel Mack, Leitung Einkauf & Tea Taster, TeeGschwendner Daniels Tee in der Tasse: Japan Grüntee Cold Brew https://www.teegschwendner.de/Japan-Gruentee-Cold-Brew-Bio-MasterBag-Pyramid/724 Gast: Franca Cerutti, psychologische Psychotherapeutin, Autorin und Podcasterin (Psychologie to Go) Francas Tee in der Tasse: eigener Blütentee aus dem Garten

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:14: Meine liebe Kollegin Christiane, die verbietet mir immer das Intro als Sommersonne-Eisteezeit zu benahen.

00:00:20: Offensichtlich habe ich das schon so oft gesagt und deswegen werde ich das auf gar keinen Fall jetzt machen!

00:00:25: Das ist mein Standardobner hier für den Podcast.

00:00:28: Herzlich willkommen, liebe Zuhörenden da draußen, liebe Tee-Fans in allen Ländern.

00:00:32: Und das ist etwas, was wir kürzlich einmal herausgefunden haben.

00:00:36: Dass unser Podcast einen MT mit nicht nur in Deutschland gehört wird!

00:00:40: Also, das vielleicht auch deutschsprachige Schweiz und Österreich dazu kommen.

00:00:43: Das haben wir uns schon irgendwie denken können aber tatsächlich zeigt die Statistik dass wir in fast ganz Europa und sogar in Nordamerika gehört werden.

00:00:51: Das finde ich super super toll!

00:00:52: Und an dieser Stelle herzlichen Dank an euch T-Fenster draußen, die uns regelmäßig hört.

00:00:58: Wir würden uns natürlich noch mehr freuen wenn ihr unseren Podcast abonniert und alle Folgen, die euch interessieren dann entsprechend einmal anhört.

00:01:06: Aber an dieser stelle Grüße gehen raus an alle T-Fans auf der ganzen Welt, die unseren schönen Podcast hören.

00:01:13: Das finde ich toll und freue mich auch auf diese Folge denn... Meine liebe Kollegin Christiane lädt mir immer wieder Gäste ein, die ich gar nicht auf dem Schirm hab.

00:01:23: Die ich vielleicht auch gar nicht so genau kenne.

00:01:25: Manchmal äußere Ich wünsche wenig gerne mal als Talk-Gast oder Gästin hätte und manchmal sagt die Christiane.

00:01:30: Oh!

00:01:30: Ich habe da jemanden mit dir musst du dich unbedingt unterhalten Und da freue ich mich ganz besonders drauf.

00:01:36: Wir haben aktuell unseren heißen Sommer zwanzig sechsundzwanzig hinter uns gelassen und sind in meiner liebsten Jahreszeit dem Herbst.

00:01:44: Warum der Herbst, meine liebste Jahreszeit ist?

00:01:46: Da kommen wir vielleicht gleich noch drauf.

00:01:48: Auf jeden Fall freue ich mich jetzt gleich Franca Girotti begrüßen zu dürfen eine psychologische Psychotherapeutin Autorin, Spiegelbestsellerautorin und Podcasterin.

00:01:59: Franca du hast mehrere Bücher geschrieben und dein jüngstes Buch das gerade erschienen ist hat es auch wieder auf die Spiege Bestsellerliste geschafft!

00:02:06: Ist das

00:02:06: richtig?!

00:02:07: Ja hallo Daniel ja das ist richtig Die Info ist noch ganz frisch.

00:02:12: Ich bin noch ganz überwältigt von dem unglaublichen Feedback und das ist sehr rasant wirklich in den Bestsellerlisten eingestiegen.

00:02:20: Und wie heißt das Buch?

00:02:21: Das Buch heißt die innere Oma Gelassenheit Lernen von der weisesten Version deiner selbst, Ich sag mich gegen Entwurf, sondern eine liebevolle Ergänzung zu der inneren Kindarbeit.

00:02:34: Ich denke es ist gut wenn wir auch mal in die andere Richtung gucken Wenn wir uns auf unser Alter Trauen zu schauen und unser Leben mal im Rückblick betrachten Und zwar jetzt schon weil das ganz viele Prioritäten klärt und uns viel Gelassenheit verschaffen kann.

00:02:51: Das klingt super spannend, da komme ich bestimmt nachher noch mal drauf zu sprechen.

00:02:54: Du hast auch davor schon ein Buch veröffentlicht was ebenfalls Spiegel bester ist nämlich Psychologie... Nein stimmt gar nicht.

00:03:00: das ist ein Podcast!

00:03:01: Psychologie to go und das andere Buch was du davor... Es

00:03:04: heißt auch Psychologie To Go.

00:03:07: Also unglaublich wie ich hier vorbereitet wäre.

00:03:09: Wahnsinnig freue mich wahnsinnig auf diesen Podcast bin gespannt was du uns zu erzählen hast.

00:03:13: aber traditionell beginne ich immer mit einer Frage an unsere Gäste Was hast du in der Tasse?

00:03:18: Und ich habe nämlich eben schon gesehen Du hast was in der Tasse gehabt.

00:03:23: Meine Frage ist, was trinkst du gerade?

00:03:25: Ich trinke heute einen Blüten-Tee, den mir meine Freunde Nikola selbst gesammelt hat in der Eifel.

00:03:33: Da steckt ja sehr viel Liebe und Herzloh drin oder?

00:03:35: Total!

00:03:36: Das finde ich aber klasse... Ich habe heute in meiner Tasse einen Tee, den wir noch gar nicht so lange im Sortiment haben.

00:03:44: Nämlich unseren Japan Cold Brew.

00:03:47: Das ist ein ganz spannendes Produkt weil der mit Kaltem Wasser aufgegossen wird.

00:03:50: und das ist in Ermangelung von Zeit die ich eben nicht hatte in Vorbereitung auf diesem Podcast.

00:03:56: Habe ich gedacht ich nehme jetzt hier mal unseren Cold Brew und schmeiß da kaltes Wasser drauf dann komme ich auf jeden Fall pünktlich hier ins Studio.

00:04:02: Das finde ich toll!

00:04:05: Du bist der Podcasterin.

00:04:06: Wahrscheinlich sogar viel erfahrener als ich, oder?

00:04:08: Wie lange machst du das schon?

00:04:10: Seit acht Jahren ungefähr!

00:04:13: Acht Jahre.

00:04:14: Ich weiß, wir haben mal viele unserer Zuhörer in den Kennenjahr zum Beispiel meinen Kolleginnen Gero Hartig.

00:04:21: mit dem habe ich schon einige Podcast-Folgen aufgenommen.

00:04:24: also wer das noch nicht gehört hat gerne nochmal reinhören zuletzt unsere Folge über unser Spezialitäten-Sortiment über Edmunds und Gero und ich haben vor zwei Jahren ungefähr so ein Sprachtraining mitgemacht und eines der ersten Dinge war welche physiologischen Faktoren sind wichtig fürs Podcasten oder fürs Sprechen?

00:04:43: und ein wichtiges Thema war Koffein.

00:04:45: Und jedes Mal, wenn ich mir einen koffeinhaltigen Tee mache für den Podcast, denke ich an unseren Trainer.

00:04:50: Er sagte, kein Koffeen!

00:04:51: Wie ist das bei dir?

00:04:52: Trinkst du tatsächlich Tee, wenn du Podcast aufnimmst oder Wasser oder Kaffee?

00:04:55: wie ist das?

00:04:57: Also ich habe von dieser Regel noch nie gehört.

00:05:00: Ich hab auch noch nie ein Sprachtraining gemacht und ich muss ehrlich sagen, Kaffees mein Alltagsgetränk.

00:05:06: Also ich laufe auf Adrenalin und Kaffee im sehr wesentlichen Ausmaß.

00:05:11: Daher kann ich mir gar nicht vorstellen, dass sich sehr viele Podcasts aufgenommen habe ohne Koffein?

00:05:18: Ich hab's auch nur... also das hat unser Trainer gesagt!

00:05:20: Ich kann es auch nicht verifizieren.

00:05:22: wir sind ja hier tendenziell so bei zwei Komma fünf Liter Tee pro Person hier im Büro und Tag.

00:05:30: Also ich glaube ohne Kofi in... ich weiß gar nicht ob ich ein Podcast überleben würde.

00:05:33: Sag mal Franke du bist ja nicht von Hause aus Psychotherapeutin.

00:05:37: Du hast ja auch mal ganz früher was anderes gemacht, oder?

00:05:38: Zumindest hat mir das die liebe Christiane erzählt du warst mal Barkeeperin oder ähnliches.

00:05:45: Ja also so wie die meisten Menschen habe ich natürlich schon in jungen Jahren einen Nebenjob angefangen und bei mir war das dass sich mit knapp achtzehn angefangen habe, in einer Kneipe zu arbeiten und das hab ich weiter gemacht.

00:06:00: Es hat mein gesamtes Studium finanziert und da habe ich wirklich große Freude daran gehabt.

00:06:04: also in der Gastronomie zu arbeiten fand ich schon richtig super!

00:06:06: Das habe ich auch über zehn Jahre gemacht.

00:06:09: Also ich habe auch so ein bisschen das Gefühl Knipiers und Menschen die in Friseursalons arbeiten sind eigentlich die geborenen Psychotherapeutin oder?

00:06:19: Ja, ich habe immer den Eindruck dass ich da wahrscheinlich ehrlicherweise mehr über Menschen gelernt habe als hinterher in einem Studium.

00:06:26: Ich meine ein Studium ist immer ein bisschen theoretisch ausgelegt und sehr wissenschaftlich studienlastig und so.

00:06:32: was aber wie Menschen wirklich ticken Und was die so zu erzählen haben und was diese umtreibt, das habe ich glaube auch sehr gut gelernt an der Theke.

00:06:41: Also wer schon mal Fotos von mir gesehen hat auf Instagram zeigen wir immer dann auch wenn wir eine neue Podcast vorgehaben.

00:06:48: kurz ein paar Porträts von unseren Gästen und von mir.

00:06:51: Der war jetzt ein Friseur, habe ich das letzte Mal vor fünfundzwanzig Jahren gesehen.

00:06:55: Mit meinen Kindern gehe ich natürlich zum Friseure aber ich selber bin eher raus.

00:06:59: Aber ich kann das gut nachvollziehen.

00:07:00: also gerade auch im Einfluss von Alkohol kann ich mir vorstellen dass da die Hemmschwelle etwas zu erzählen weil viel Menschen doch eher gering ist oder?

00:07:08: Ja absolut!

00:07:09: Das ist so... Und viele Menschen kommen halt auch einfach weil sie einsam sind.

00:07:14: dann erfüllen ja so klassische Eckkneipen, wie es sie im Ruhrgebiet früher ganz viel gab.

00:07:20: Inzwischen nur noch sehr wenig auch eine gewisse soziale Funktion.

00:07:24: Also ich habe das schon dann immer bemerkt wenn Leute sich extra an die Theke setzen, dann hab' ich gedacht naja da gibt's vielleicht was zu reden oder ein Redebedarf und dann habe ich das schon lange bevor ich Psychotherapeutin war – so gut ich konnte!

00:07:39: Erfüllt.

00:07:39: Meine Großelte kommen beide aus Dortmund, auch aus dem Ruhrgebiet und meine Oma hat mich früher immer noch gefragt also als Teenager ob ich dann in die Trinkhalle gehe?

00:07:46: Ich glaube das ist ein Begriff den man hier im Rheinland vielleicht nicht so häufig habe.

00:07:51: Trinkhaler fand ich immer sehr schön!

00:07:52: Das war so'n typischer Ruhrport-Ausbrot.

00:07:54: Ja, so hieß es bei uns auch.

00:07:58: lange da gelebt und da ist das auch Trinkhalle.

00:08:01: Wenn ich mal so ein bisschen in mich gehe, wir sind ja hier bei uns im Tee einkaufen also die Tea Taster wie es ja bei uns heißt im Hause.

00:08:09: Wir reisen ja auch sehr gerne und auch sehr viel und das gehört auch zum Berufsbild dazu dass wir in die Ursprungsgebiete reisen.

00:08:14: und mittlerweile bin ich auch an einem Punkt wo auch gerne einfach mal in so eine Hotelbar gehe.

00:08:19: Auch wenn ich selber kein Alkohol trinke, aber ich bin total gerne an so einer Bar.

00:08:23: und wenn wir jetzt zum Beispiel mal nach Indien gehen die ja einen ganz starken britischen Einfluss haben also vieles im Teehandel kommt aus dem Königreich das fängt damit an dass wir z.B.

00:08:33: eine Sixpence-Münze in der Verkostung haben als Gegengewicht Je nachdem wo man dann in Indien oder auf Sri Lanka landet, hat man noch so wirklich ganz alte Kolonialstil-Hotels mit Hotelbars die aus der Zeit gefallen scheinen.

00:08:48: Es steht immer auch ein Barkeeper mit Hemd und Fliege dahinter und poliert irgendein Glas.

00:08:55: Das ist absolut schön!

00:08:56: Also das ist ein zeitloses Ding und ich kann verstehen dass man da einfach gerne ist und gerne erzählt aber auch gerne zuhört.

00:09:06: Ich mache das auch gerne.

00:09:06: In Indien war ich noch nie, aber immer wenn ich beruflich oder sonst wie in großen Städten bin... ...in einem schönen Hotel.

00:09:13: dann gucke ich mir auch immer die Hotellbar an.

00:09:15: Obwohl ich auch kein Alkohol trinke!

00:09:17: Aber man kann ja, wie du schon sagst da so schön Zeit verbringen.

00:09:21: Alkohl ist übrigens noch schädlicher als Koffein, aber das kannte ich jetzt nicht genau.

00:09:27: Müssten wir vielleicht mal auf einem Festival die Musikerinnen fragen, wie die das halten.

00:09:32: Ob dann Metalliker vielleicht Ingwer-Tee im Becher hat statt wir?

00:09:36: Wahrscheinlich schon!

00:09:37: Die sind ja auch jetzt nicht mehr die Jüngsten.

00:09:41: Mal kurz zurück zu dir du betreist mit deinem Partner die Praxis für seelische Gesundheit.

00:09:45: was muss ich mir darunter vorstellen?

00:09:46: ist es wirklich eine psychologische Praxis also so...

00:09:51: Ja, also ich bin Psychotherapeutin.

00:09:53: Er ist Psychiater.

00:09:54: so ist das.

00:09:54: Wo

00:09:54: ist jetzt für mich mal ganz lapidar gesagt hat der Unterschied?

00:09:57: Der eine darf Medikamente verschreiben und andere nicht oder wie es da was...

00:10:01: Genau er hat Medizin studiert also er ist Arzt und hat sich dann als Facharzt weiterqualifiziert zum Psychiater und Psychotherapeutin.

00:10:11: Und ich habe Psychologie studiert, und hab im Anschluss an meinem Psychologiestudium eine psychotherapeutische Weiterbildung gemacht.

00:10:17: Also so dass sich auch das Psychotherapeuten arbeiten

00:10:20: darf.".

00:10:20: Und mit was für Themen kommen Menschen aktuell zu?

00:10:25: Ich meine wir haben.

00:10:25: die Welt im Jahr ist irgendwie verrückt geworden.

00:10:28: Ich habe schon vor einiger Zeit aufgehört Tagesnachrichten zu gucken.

00:10:32: Was bewegt die Leute aktuell da

00:10:33: draußen?".

00:10:37: Was hinzugekommen ist, ich mach das jetzt beruflich seit weit über zwanzig Jahren.

00:10:42: Aber was sich stark verändert hat, ist dass so eine sorgenvolle Zukunftsangst stark zugenommen hat.

00:10:50: Also früher waren die Leute klar belastet durch ihre Sorgen, die sie eben drücken oder eben auch die psychische Erkrankung unter der Sie leiden.

00:10:57: und Jetzt ist bei vielen so der Eindruck, gibt, dass es besser werden wird.

00:11:05: Irgendwie schon so ein Gefühl ist, würde es an allen Ecken und Enden eher schlimmer werden als Stünde die Welt in Flammen und die Klimaangst, das spürbar politische Angst, Kriegsbedrohung.

00:11:19: Das sind Sachen, die haben sich schon deutlich

00:11:21: verändert.".

00:11:22: Und kann man sagen, dass heute Menschen eher psychologischen Rat aufsuchen als noch vor zwanzig, dreißig Jahren?

00:11:28: Also ist da die Hemmschwelle gesunken, dass man sagt ich möchte jetzt eher mit jemandem sprechen.

00:11:34: Ja, schon.

00:11:35: Also insbesondere bei Männern bemerke ich das.

00:11:37: Ich habe mehr Männer die zugänglicher sind sich Hilfe zu suchen oder auch selber sensibilisiert für Themen.

00:11:46: Meine Praxis ist ja auch relativ Ruhrgebiet nahe also so weit weg vom Ruhr Gebiet hab' ich mich ja gar nicht bewegt.

00:11:51: und wenn du sagst deine Großeltern kommen aus Dortmund dann kennst du sicherlich auch noch diese Leute die so irgendwie im Bergbau gearbeitet

00:11:59: haben?

00:11:59: Beide meine Großväter tatsächlich beide in dem Bergbau tätig

00:12:03: Genau.

00:12:04: Und das war früher eher unüblich, dass die sich mit Sorgen oder Ängsten oder auch depressiven Stimmungslagen wirklich eine Psychotherapeutin gewandt hätten.

00:12:14: Ich glaube noch vor Jahren hätten sie weiß ich nicht wie vielleicht mit Konsumverhalten oder sowas reagiert und das hat sich total verändert.

00:12:23: also Die kommen jetzt auch in die Praxis und sagen, Frau Girouti ich glaube, ich habe eine Depression oder ich glaub' ich hab ne Angststörung.

00:12:31: Das finde ich schon interessant.

00:12:32: das ist eine Entwicklung die kann ich während meiner Berufstätigkeit klar benennen.

00:12:37: aber es ist insgesamt so dass viele Menschen viel besser Bescheid wissen, viel sensibilisierter sind sich auch Hilfe suchen wollen was ja gar nicht so leicht ist auf der anderen Seite manchmal auch vielleicht eine kleine Tendenz haben durch ihre Informiertheit eigentlich normales erleben, so ein bisschen zu pathologisieren.

00:12:56: Also es ist ein bisschen ein zweischneidiges

00:12:58: Schwert.

00:12:58: Du meinst jetzt so Dr.

00:12:59: Google ich komme schon zum Arzt und weiß eigentlich schon was ich habe bevor er mich angeschaut hat?

00:13:04: Ja aber Leute haben auch Sorge.

00:13:06: also sie beobachten sich so ganz genau und fragen sich immer Ist das noch normal ist das noch gesund ist das irgendwie etwas womit ich zum arzt müsste weil es sehr aus der Reihe fällt und haben vielleicht manchmal eine Tendenz Nicht so sehr durch Google, aber vor allen Dingen durch Social Media.

00:13:22: Dass sie jetzt für alles sehr schnell bei der Hand sind mit Etiketten und Labels und manchmal auch dann so selbstgewählten Diagnosen nicht nur, aber auch.

00:13:32: Und neben der Angst?

00:13:33: Also ich kann das verstehen!

00:13:34: Ich bin ja Vater, habe zwei Kinder, ich habe permanent Angst... Ich weiß nicht, ob das so meiner Jugend auch so war.

00:13:41: Meine Mutter Angst um mich hatte... ich bin ja auch auf dem Dorf groß geworden genau wie wir jetzt auch dörflich wohnen.

00:13:48: Man macht sich natürlich Angst um die Zukunft man macht sich immer Sorgen um die Kinder kommen die Heile nach Hause wenn es das Aufgeschöpfte knies ist.

00:13:57: halb so schlimm.

00:13:58: aber was glaube ich bei meiner Generation?

00:14:01: also ich bin glaube ich peak millennial.

00:14:03: ich bin jetzt ein und vierzig zur Aufnahmezeitpunkt hier.

00:14:06: Ich habe bei uns ein bisschen das Gefühl in diese Generation, wir sind auch unfassbar erschöpft und gestresst.

00:14:12: Weil also ich weiß nicht ob da so eine Generation liegen, ob jede Generation das gesagt hat?

00:14:15: Das weiß ich nicht!

00:14:17: Ich merke nur dass wir uns selber hinterfragen, dass wir unsere Kindheit hinterfragen und dass wir einfach permanent unter Strom stehen.

00:14:25: Dass wir ja ganz ganz viel gestreszt sind.

00:14:29: ist das ein Phänomen das neu ist oder gab es das eigentlich schon immer?

00:14:33: nur man hat nie drüber geredet.

00:14:36: Also ich glaube, was sich verändert hat insbesondere weil du jetzt ansprichst dass du Vater bist und da auch ständig besorgt bist.

00:14:42: Ich glaube die Ansprüche an die Elternrolle haben sich stark verändert also durch die gestiegene Bewusstheit auch, dass Kindheit eine wichtige Lebensphase ist.

00:14:54: Dass man seine Kinder gut auf den Weg bringen möchte, dass man denen keinen Schaden zufügen möchte sind Eltern sehr angespannt.

00:15:01: also angespannt einfach weil die Qualitätszeit die Eltern mit ihren Kindern bewusst verbringen möchten sich zum Beispiel seit den sechziger Jahren verdoppelt hat.

00:15:11: aber im gleichen Zuge hat sicher nicht etwa die Anforderung an der Arbeit oder unsere Arbeitszeit verringert sondern wir versuchen das alles on top zu leisten.

00:15:20: Und wir stehen ständig in einem Vergleich, wir beobachten uns und andere.

00:15:25: Wir versuchen alles gut und richtig zu machen.

00:15:27: Ich habe das Gefühl dass was immer weniger wird sind Pausenzeiten die es früher einfach gab.

00:15:34: also früher bist du ja von der Arbeit nach Hause gegangen und dann hattest du zuhause dein Festnetztelefon stehen?

00:15:41: Das war's!

00:15:42: Die Arbeit war für den Tag erst mal getan Und heutzutage sind wir halt immer und immer erreichbar.

00:15:49: Und haben einfach durch die technischen Möglichkeiten, durch die Digitalisierung so ein bisschen die natürlichen Pausen den natürlichen Tagesrhythmus und all das was wir früher hatten abgeschafft.

00:16:01: Ich glaube da kommt einiges zusammen dass viele Menschen heute tatsächlich gestresster sind als vielleicht noch die Generation vorher.

00:16:15: sehr aufgeweicht ist im Sinne von ich habe ganz, ganz wenig Trennung zwischen beruflich und privat.

00:16:19: Das liegt aber auch daran, dass zum Beispiel die meisten unserer Teelieferanten, die kennen uns seit zwanzig, dreißig Jahren also ich kann mich gut dran nennen.

00:16:28: das Thomas Holz unser Geschäftsführer der war schon vor zwanziger Jahren in Indien auf Hochzeiten eingeladen von den Kindern der Teegartenbesitzer.

00:16:36: Es war unfassbar schön!

00:16:38: Und auch heute ist es so, dass dieses...es gibt nicht so diese klassische Kundenlieferantenverhältnis im Tee.

00:16:43: Das finde ich ganz spannend.

00:16:45: Ich erinnere mich, wir hatten letztes Jahr einen Besuch aus Norseland.

00:16:49: Unser norseeländischer Lieferant Sen Kong vom Sielong Tea Estate mit dem haben wir uns auch eine fantastische Podcast-Folge ist die einzige, die wir im Oton auf Englisch gelassen haben.

00:16:59: Haben wir gemacht und ich kann mich nur gut daran erinnern dass er dann eine Woche hier bei uns war.

00:17:04: Ich weiß noch genau das er dann auch wie ganz selbstverständlich bei uns zu Hause war Und dann mit ihm zu Hause so Peak German Culture gemacht.

00:17:12: Also wir haben meine Frau Brot gebacken, wir haben Sauerteigbrot gemacht Wir haben draußen gegrillt und sind auf dem Dorf mit den Hundenspazieringern.

00:17:18: Es war richtig schön und ich habe an keiner Stelle empfunden dass es eine Trennung zwischen Arbeit und Privat ist.

00:17:25: Jetzt in den Sommerferien kommen auch meine Kinder sehr gerne mit ins Büro.

00:17:30: Das finde ich sehr schön.

00:17:32: Die kommen hier uns in der Teeverkostung und helfen mit Die trinken auch total gern Tee und wir haben immer um drei Uhr versuchen, wir hier bei uns Matcherzeit zu machen.

00:17:42: Wir haben eine Klinge die erscheint durchs Bürogebäude so eine elektronische Klingel.

00:17:46: die bimmelt dann durchs Haus und alle Leute die es hören sind eingeladen in die Verkostung zu kommen und dann ne Schalarmatcha mit uns zu trinken.

00:17:53: und mein Sohn freut sich wie beklopft immer wenn er diese klingen drücken darf und drei Uhr Matcher Zeit ist.

00:17:59: Also für mich ist das dann zwar auch Arbeit, aber auch Qualitätszeit.

00:18:02: Das finde ich sehr spannend.

00:18:03: Ich glaube da bin ich aber ziemlich allein.

00:18:04: also es ist ja nicht so die Regel sondern eigentlich hast du Arbeit und Freizeit doch schon hart getrennt bei uns in Deutschland.

00:18:11: oder ist das nur so mein Empfinden?

00:18:15: Genau!

00:18:15: Also das klingt natürlich total schön was du von deinem Arbeitsplatz erzählst und auch von dieser familiären Offenheit dass haben wir ja die wenigsten Menschen an ihrem Arbeitsplatz Und gerade Menschen, die im sozialen Bereich arbeiten in der Pflege.

00:18:31: Im Krankenhaus.

00:18:32: Die erleben glaube ich eher eine unglaubliche Arbeitsverdichtung bei gleichzeitig sehr ausgedünter Personaldecke.

00:18:41: da müssen drei Leute das machen was früher sieben Leute gemacht haben und die können nicht noch nebenher mit ihren kleinen Matschern trinken.

00:18:49: Mit Verlaub!

00:18:51: Du hast es glaube

00:18:51: ich echt.

00:18:52: Ja das stimmt, dass ist richtig.

00:18:55: Aber die Ansprüche natürlich trotzdem gute Eltern zu sein, schöne Zeit zu verbringen.

00:19:01: einen Leben zu haben neben der Arbeit.

00:19:03: Diesen Anspruch haben ja trotzdem alle gleichermaßen.

00:19:06: und dann habe ich immer das Gefühl, dass steht dann aber gleichzeitig auch noch unter einem gewissen Performance Druck.

00:19:11: Man muss halt alles was man macht irgendwie gut machen und irgendwie gut abschneiden und sich auch im Vergleich mit anderen nicht ganz doof anstellen und so.

00:19:19: Also ich erlebe da schon sehr viel Druck!

00:19:21: Und es ist ja also an jeder Ecke hörst du und liest du ja auch ne?

00:19:25: Du musst auf dich selbst achten, du musst dir Pausen im Alltag gönnen.

00:19:27: Und dann denk ich mir, wann denn genau?

00:19:33: Zwischen zwölf dreißig und zwölfinvierzig hätte ich noch so ein Zeitfenster.

00:19:38: Wie schafft man das?

00:19:39: Also wie gehe ich konkret damit um, dass ich mich selber halt Pausen im Alltag schaffe?

00:19:45: Bestimmt nicht wenn ich durch Instagram Doom scrollet.

00:19:47: Das funktioniert irgendwie gar nicht oder...

00:19:49: Nee, das ist oft nicht so gut.

00:19:50: Da gibt es ja auch Untersuchungen dazu dass sich insbesondere Frauen wenn sie passiv konsumieren danach häufig schlechter fühlen.

00:19:58: also das ist wirklich nichts um Kraft zu tanken oder Energie aufzufüllen sondern da lassen wir meistens noch ein bisschen Federn weil wir das Gefühl haben eben in diesem Vergleich häufig schlechter abzuschneiden.

00:20:09: aber ich sage das häufig und ich meine das wirklich auch genauso im Wort Gelassenheit steckt ja Lassen drin.

00:20:19: Mein Eindruck ist, dass viele Menschen so wie du gerade sagst jetzt denken oh ich muss sich aber entspannen.

00:20:24: Jetzt muss ich gelassener werden und deshalb haben sie oft den Eindruck Sie müssten noch mehr tun.

00:20:29: also jetzt noch eine Achtsamkeitspraxis lernen jetzt noch ein Yoga Kurs besuchen Und das kann auch total schön sein wenn einem das gut tut.

00:20:36: verstehe mich nicht falsch Aber manchmal denke ich versuch doch einfach mal mit zwanzig Prozent weniger Erwartungsdruck und lasst doch erstmal Sachen weg bevor Du dir noch mehr drauf packst.

00:20:49: eben auch die Entspannung steht unter so einem Druck, wie das jetzt auszusehen hat.

00:20:55: Alle müssen laufen gehen alle müssen Yoga machen alle müssen meditieren und dann denke ich immer ach oder du machst einfach mal nichts.

00:21:03: ist nichts tun.

00:21:04: ist Gelassenheit eine aktive Tätigkeit?

00:21:08: Nee, eben nicht.

00:21:09: Also du musst die Fenster ja gar nicht füllen, sondern du kannst wirklich auch einfach mal sitzen und rausgucken so wie wir aus dem Ruhrgebiet doch noch die Fenstermank-Omas kennen.

00:21:20: Die einfach sitzen

00:21:21: und raussch gucken!

00:21:22: Das hat meine Oma auch irgendwann weggezogen, also näher an uns dran gezogen und egal wo sie war immer auf dem Balkon gesessen und raus geguckt.

00:21:32: Zum Glück hat sich die Leute nicht angeschrien aber sie hat einfach nur geguckt.

00:21:34: das war schon mal ganz gut

00:21:37: So, was ist aus dem einfach nur mal gucken geworden?

00:21:39: Was ist aus im Gartensitzen und nicht Unkraut zupfen oder Fugen rauskratzen irgendwas sondern einfach nur sitzen geworden.

00:21:49: Warum müssen wir jedes Zeitfensterchen mit Effizienz füllen oder unsere Slots optimieren oder Multitasking feiern oder alles gleichzeitig machen?

00:21:59: das halte ich echt für gefährlich.

00:22:00: Du hast zu Anfang gesagt du bist eher die Kaffeetrinkerin.

00:22:04: Also ich bin ja auch so ein bisschen im Kaffee, wir hatten auch mal einen Podcast mit dem Hannes Vendrich von Coffeeswirkel.

00:22:10: Wie machst du deinen Kaffe zu Hause?

00:22:11: Hast Du so'n Vollautomaten oder ist das Kaffeemachen für Dich schon eine Achtserkennkeitsübung?

00:22:18: Ich bin halbe Finnen und die meisten Menschen wissen das nicht aber die Finnen sind die weltweit größten Kaffeetrinker.

00:22:26: Die haben den Pro-Kopf größtem Kaffeeverbrauch, nicht die Italiener oder irgendjemand wo man besondere Kaffeekultur vermuten würde sondern es sind die Finnen.

00:22:35: ich habe das also im Blut und Es ist in Finnland klar der Filtercafe!

00:22:41: klassische Filter-Kaffeemaschine, wo das Wasser so durchblubbert und dieses bestimmte Geräusch macht.

00:22:47: Wo es einfach auch ein bisschen dauert bis der Kaffee fertig ist.

00:22:49: also es ist nicht einen Knopfdruck sondern du befüllst eben deinen Papierfilter, du zählst ab, du füllst Wasser rein und da musst du ein bisschen warten und dann fühlt sich die Küche mit Duft!

00:23:00: Und ich würde das jetzt nicht Achtsamkeitsübungen nennen aber ja... Also es hat schon was davon.

00:23:04: Es ist ein gewisses Ritualvastamet Einher geht.

00:23:07: so startet halt jeder Tag.

00:23:09: Egal wo ich auf der Welt bin, Tee ist ein sehr, sehr einfaches und dankbares Getränk.

00:23:13: Denn das Einzige was ich brauche ist heiße Wasser!

00:23:15: Und ob ich das jetzt auf einem Holzfeuer in Myanmar anzünde oder ob ich es auf einem Induktionsherd in Korea erhitze?

00:23:22: Ich brauch heißes Wasser und das war's.

00:23:24: Ich brauch bei guten Chés nur nicht mein Filter.

00:23:26: Ich kann die Teerblätter lose in die Taste geben, heiße water drüber fertig.

00:23:30: Da muss ich so dran denken, weil du sagst ... Wir versuchen immer mehr zu machen.

00:23:34: Immer mehr zu optimieren und mir fällt das zu Hause auf.

00:23:37: je mehr Gegenstände ich habe umso mehr muss ich mich auch um Dinge kümmern.

00:23:42: Klar!

00:23:43: Alles was du besitzt irgendwann nicht?

00:23:45: Wahnsinn ist es auch so ein Teil dessen was uns verloren gegangen ist dass wir uns nicht mehr auf das fokussieren können was wir jetzt gerade machen weil Du sprattest eben permanente Erreichbarkeit an.

00:23:57: also Dann klingelt hier mal ein Handy oder irgendwo kommt ein Anruf rein.

00:24:01: Also haben wir verlernt, uns auf das zu konzentrieren was wir eigentlich gerade tun möchten?

00:24:09: Ich glaube dass eine Zeit lang so eine Art Multitasking und Effizienz und Optimierung und Perfektionierung sehr stark idealisiert wurde.

00:24:18: Und dann wurde es ja ausgerechnet Frauen auch noch zugesprochen, dass sie das besonders

00:24:22: gut könnten.

00:24:25: Stimmt das denn?

00:24:26: Was ich weiß, ist dass Multitasking absolut nicht gehirngerecht ist und dass das in Wirklichkeit eine Überforderung darstellt.

00:24:32: Und wenn wir bei einer Tätigkeit sind die ein bisschen Konzentration erfordert jede Unterbrechung uns sehr viel Energie kostet um wieder auf das Konzentrationsniveau zu kommen von dem wir gerade ausgestiegen sind durch Welche Unterbrechung auch immer, also das ständige Erreichbarkeit und wenn ständig ein Telefon klingelt oder ständig kommt jemand in dein Büro.

00:24:52: Oder ständig machst du etwas gleichzeitig?

00:24:54: Oder irgendein Gerät in deiner Wohnung piept und verlangt sofortige Aufmerksamkeit weil jetzt die Wäsche durchgelaufen ist und du wirst immer wieder rausgerissen und unterbrochen kostet dass in Wirklichkeit sehr viel Energie.

00:25:05: es macht uns nicht besser.

00:25:07: Also besser ist und auch da komme ich nochmal zu der Ruhrgebietzommer Das zu machen wie dir das immer gesagt haben immer schön eins nach dem anderen eben nicht alles gleichzeitig und dass man im Kopf sich so zerspargelt und so ein Spagat macht, um irgendwie alles vermeintlich schnell zu machen.

00:25:24: Sondern es gibt einen Spruch – wie geht der denn noch mal?

00:25:29: Langsam ist sorgfältig und sorggefältig ist fehlerlos und fehlerloß ist effizient.

00:25:35: Also während du versuchst schnell zu sein machst du viel mehr Fehler, huddelst rumwirst unkonzentriert.

00:25:42: Ja, verschwendest Energie.

00:25:43: Mach's lieber in Ruhe, mach eins nach dem anderen, das ist auf jeden Fall gehirngerechter!

00:25:47: Meine Frau würde jetzt sofort hier zwischengrätschen und sagen, siehst du habe ich doch gesagt?

00:25:51: Weil am Wochenende immer so zehn Minuten bevor wir irgendwo los wollen fällt mir eine ach ich wollte... Ich könnte noch kurz grad das unten starten Ja, und dann häng ich davor.

00:26:00: Und dann hab' ich auf einmal die Steckdose in der Hand oder sowas.

00:26:03: Du meinst mal

00:26:04: eben?

00:26:05: Das ist so typisch!

00:26:06: Mal eben,

00:26:06: ne?!

00:26:08: Aber es stimmt natürlich.

00:26:10: Mal eben gehört zu den Sachen... Ich habe ja gerade schon dafür plädiert, dass wir uns mal so zwanzig Prozent ansprüchen, wie wir uns an und selber stellen streichen um.

00:26:18: ganz viel davon beginnt mit dem Wort- oder mit der Phrase mal eben.

00:26:23: Also Dinge, die du mal eben machen willst dauern ja immer länger.

00:26:27: Hast du schon mal versucht, eben was auszudrucken?

00:26:30: Ja.

00:26:30: Aber Drucker hassen auch Menschen, glaub ich.

00:26:32: Das ist einfach meine schönsten Zitate von Sir Dyson dem Erfinder des Staufsorgers.

00:26:36: Der ist ja ganz bekannt auf einer Interviewfrage What is the worst piece of technology sagt er wie aus der Pistole geschossen Printer und das... aber es stimmt!

00:26:47: Aber so ein Kaffeemaschinen ist oft, also ein Vollautomats-Aufplatz Nummer zwei.

00:26:51: Weil dann will er entkalk werden.

00:26:53: Dann ist der Wassertank leer und der Rest behält er.

00:26:55: Deswegen lieber bei Tee bleiben was direkt wurde ...

00:26:58: Ich hab auch eine Spülmaschine die immer aufspringt wenn sie fertig ist Und ich kann nur sagen krabbelnde Kleinkinder sind in akuter Lebensgefahr weil einfach die Klappe aufsprinkt ohne Rücksicht auf Verluste.

00:27:10: Kennst du noch die Band Rage against die

00:27:12: Maschinen?

00:27:12: Ja natürlich!

00:27:14: Ja.

00:27:14: Welche Maschinen haben die wohl gemeint?

00:27:16: Das frage ich mich

00:27:17: auch.

00:27:17: Oh ja, da fällt mir so viel auf einmal ein, das stimmt!

00:27:21: Aber sag mal du hast eben gesagt, du bist halbe Findin.

00:27:22: Bist Du auch gerade in Finnlern eigentlich?

00:27:24: Ab morgen wieder?

00:27:24: nein heute bin ich in Deutschland.

00:27:29: Also, Finnland kenne ich selber nicht.

00:27:30: Ich habe meine Frau vor Jahren ... Jahrzehnten?

00:27:34: Oh Gott, ich bin so alt!

00:27:35: Waren wir in Lapland, in Schweden allerdings.

00:27:37: Da hab' ich auch sehr viel Kaffee gesehen und wir waren zur Zeit im Sommer, also spät Sommer da.

00:27:44: Wir sind so ein Wanderweg gelaufen, machen irgendwie so acht Wochen Zeit den zu laufen und es war natürlich im Sommer Nachts nicht dunkel.

00:27:57: Die Sonne geht eigentlich gar nicht unter, sondern ist es eigentlich immer hell.

00:28:00: Aber das Jahres ist dann doch relativ dunkel?

00:28:05: Wenn du in Finnland bist, bist du eher unten im Süden oder im Norden?

00:28:08: Oder hast du dunkle Jahreszeiten?

00:28:10: Ich bin relativ im NordEN kurz unterhalb des Polarkreises also... Das

00:28:16: ist aber viel dunkel, oder?

00:28:17: Ja, im Winter ist das da viel dunke, genau!

00:28:19: Aber dafür ist es ja im Sommer auch sehr hell.

00:28:23: Aber macht das, also als Tee-Händler sind wir ... Wir sind immer in einem Zwiespalt.

00:28:29: Denn wir alle mögen gerne den Sommer wenn wir raus können aber da verkaufen wir nicht so viel Tee weil im Sommer wenig Tee getrunken wird.

00:28:36: Wir wissen das, das haben wir schon oft erzählt.

00:28:38: Im Sommer sollten wir eigentlich warme Getränke zu uns nehmen.

00:28:40: Das Minztee ist

00:28:42: doch super auch im Sommer?

00:28:44: Ja,

00:28:45: oder ein schwarzer Tee mit Bergamottearoma finde ich auch super!

00:28:49: Jetzt

00:28:50: zum Beispiel die Amerikaner trinken über neunzig Prozent des Tee als Eistee.

00:28:53: Aber die ballern da noch Zucker rein, das wollen wir jetzt nicht.

00:28:56: Aber tendenziell ist Tee so ein Wintergetränk und ich freue mich immer auf den Winter.

00:29:01: Ich habe anfangs gesagt, ich freu mich auf den Herbst.

00:29:03: Herbst ist meine liebste Jahreszeit.

00:29:05: Aus dem einfachen Grund tagsüber ist es oft so schön dass man rausgeht Und abends wenn dann die Sonne untergeht wird's sehr schnell kalt und ich freue mich drinnen bei einer heißen Tastetät zu sein.

00:29:15: Ich kann mir aber auch vorstellen, dass natürlich die Jahreszeiten was mit unserer Psyche machen.

00:29:19: Also sind Depressionen oder Ängste ist das wirklich messbar schlimmer in der dunklen Jahreszeit?

00:29:28: Herbstwinter also ist es wirklich so ein Ding oder ist das nur so ein Klischee?

00:29:33: Also da gibt es sich etwas widersprechende Auskünfte.

00:29:36: Es gibt Menschen, die sind saisonal sehr sensitiv und die bemerken zur dunklen Jahrestzeit hin tatsächlich wie sie wirklich von der Stimmungslage her abrauschen.

00:29:47: Aber vor allen Dingen ist es oft nicht nur die Stimmung, sondern dass Sie wirklich einen kompletten Freutverlust erleben überhaupt keinen Interesse mehr haben sich gar nicht mehr aufraffen können wo man dann wirklich auch von einer Depression sprechen müsste.

00:30:00: aber es gibt auch Studien die sagen naja das ist wirklich eher selten.

00:30:04: Das was die meisten Menschen spüren so in der dunklen Jahreszeit ist einfach von unserem Biorhythmus her total zu erwarten und nichts Alarmierendes.

00:30:15: Dass wir alle ein bisschen schläfriger sind, dass wir uns alle lieber ein bisschen einmuckeln, dass nicht so uns so vital fühlen wie im Sommer – das ist normal!

00:30:24: Das muss man nicht alarmiert oder sorgenvoll

00:30:27: betrachten.".

00:30:28: Es ist aber schon so, dass in den Ländern – also du hast gerade Lapland angesprochen.

00:30:34: Also oben im Norden, in Schweden, in Norwegen und auch in Finnland haben sie zum Beispiel in öffentlichen Gebäuden Tageslichtlampen.

00:30:42: Und die Menschen nehmen auch profilaktisch Säffi-Vitamin D. Die versuchen auch, gerade in der dunklen Jahreszeit wenn manchmal nur die Sonne zwei oder drei Stunden überhaupt aufgeht rauszugehen.

00:30:53: Also die wissen schon, womit sie es zu tun haben und steuern ein bisschen gegen.

00:30:57: Aber es ist jetzt nicht so dass man auf der Nordhalbkugel jetzt jeweils zum Winter hin wahnsinnige statistische Ausreißer hätte was jetzt Depressionen angeht oder schlimmstenfalls vielleicht sogar was wie Suizidalität oder so?

00:31:11: So is das nicht!

00:31:13: Die Leute, die da leben können damit umgehen.

00:31:15: Das ist einfach eine der Jahreszeiten Und die nehmen die wie die Ist.

00:31:19: ne

00:31:20: Ich glaube, ich bin oft genug das Gegenteil.

00:31:24: Also ich habe keinen Winterblues und ich hab eher so ein Sommerblues?

00:31:27: Ja!

00:31:27: Und dann denke ich, oh nee, da muss ich wieder rasen mehr hin.

00:31:31: Ich bin total gerne auch drinnen.

00:31:34: Ich sind auch wirklich gerne zu Hause... ...und ich freue mich wenn ich dann zum Beispiel keine Theorie mir irgendwo hinstelle.

00:31:39: Ich lese sehr gerne.

00:31:40: mit zwei Kindern komme ich viel weniger dazu als ich gerne möchte aber.. ..ich persönlich mag dieses Herbstfeeling dass man einfach kein schlechtes Gewissen hat drinnen zu bleiben.

00:31:51: Aber du bist erwachsen, hast einen freien Willen!

00:31:53: Wenn du drinbleiben möchtest darfst du das auch wenn draußen die Sonne scheint?

00:31:57: Aber ich bin noch verheiratet und habe eine Frau, die sagt komm lass uns mal eine Runde spazieren gehen

00:32:02: Verstehe.

00:32:03: Ja, mir geht's auch so!

00:32:04: Also ich liebe den Herbst auch und vor allen Dingen liebe ich auch sehr den Winter sonst wär' ich da glaube in Nordfinland auch irgendwie falsch untergebracht.

00:32:11: wir haben ganz viel Schnee Wir haben manchmal Temperaturen bis minus dreißig Grad Und wenn man das nicht ab kann dann ist es natürlich auch nix.

00:32:19: Aber für mich ist diese Jahreszeit das wahre Event.

00:32:22: also Ich liebe das sehr.

00:32:25: Gibt es denn?

00:32:26: Wenn du sagst Es gibt durchaus Menschen die tendieren dazu auch im winter einfach nicht so gut drauf sein.

00:32:32: Gibt's irgendwas, was ich da tun kann?

00:32:34: Gibt es irgendwelche Anzeichen, woran ich das erkenne oder Dinge die ich tun kann um dem entgegenzuwirken?

00:32:41: Also wie gesagt, ich würde erstmal versuchen dass ein bisschen zu end alarmisieren.

00:32:46: gibt's das Wort?

00:32:47: also nicht zu sorgenvoll zu sein.

00:32:49: Wir können uns ja wirklich mal alle, alle Lebewesen angucken die in irgendwelchen breiten Graden leben wo es unterschiedliche Jahreszeiten gibt und die verhalten sich im Herbst und dem Winter anders als im Frühling oder Sommer.

00:33:00: soweit so normal und da brauchen wir Menschen auch gar nicht von ausnehmen.

00:33:04: also ich würde es echt nicht pathologisieren dass man sich im Winter ein bisschen anders fühlt als im Sommer das ist okay.

00:33:11: aber wenn man wirklich zwei Wochen am Stück eine für sich selber untypisch niedergedrückte Stimmung hat.

00:33:18: Und wenn man merkt, dass einem selbst Sachen, die sonst einen echt begeistern, plötzlich überhaupt keine Freude mehr machen und das ist die meiste Zeit des Tages dann kann man vielleicht schon mal entweder mit einer Fachperson sprechen oder versuchen ein bisschen gegenzusteuern zum Beispiel mit Tageslichtlampen zum Beispiel auch indem man gerade auch wenn man sich gar nicht danach fühlt trotzdem man Ründchen rausgeht man ein bisschen echts Licht einsammelt.

00:33:44: Bewegung ist immer gut.

00:33:46: Und manche Leute treffen auch absichtlich für den Herbst und für den Winter, so die wie wir im Ruhrgebiet sagen für die Uselige Jahreszeit schon mal Verabredungen oder planen schöne Sachen.

00:33:57: weil sie wissen wenn es so weit ist werde ich keine Lust haben aber ich werde das jetzt schon mal buchen oder verabreden oder fest in den Kalender schreiben um mich auch wenns dieses typische drei Grad Nieselwetter ist aus dem Haus zu bewegen.

00:34:11: Das kann man alles machen.

00:34:13: Also neben zwei Kindern haben wir auch noch zwei Hunde, das heißt ich muss sowieso bei Wind und Wetter raus.

00:34:17: Das finde ich aber sehr schön weil es mich auch einfach dazu zwingt, das finde ich ganz großartig.

00:34:22: Mir macht das auch sehr viel Freude.

00:34:23: Aber Freude vor Freude ist das auch so ein Thema womit man umgehen kann dass man sagt Es gibt ja auch im Winter oder im Herbstwinter gibt bestimmte Dinge die wir sonst nicht haben.

00:34:35: Ich denke zwar an die Weihnachtszeit Also das ist ja etwas, wenn ich im Sommer ein Weihnachtsbaum aufstellen würde und mich die Leute für kloppt halten.

00:34:42: Aber meine Frau und generell auch die Kinder freuen sich auf diese Weihnachtsstimmung.

00:34:48: Dann riecht alles nach Zimt und nach Nelke und nach Orange und Kalamom und irgendwann sage ich kann es nicht mehr sehen aber das ist dann so um Silvester rum.

00:34:57: Aber auch diese Vorfreude kann ja etwas sehr Positives sein in dieser kalten Düsterin.

00:35:02: Total!

00:35:03: Und das ist übrigens auch ein wichtiger Punkt den du ansprichst Bei Leuten, wo es wirklich eventuell in eine depressive Richtung geht bei denen ist häufig die Vorfreude kaputt.

00:35:13: Die können nicht nur sich nicht vorstellen dass ihnen das Spaß machen wird sie können sich nicht nur aufraffen sondern haben noch nicht mehr Zugriff darauf Dass es schön werden wird, weißt du was ich meine?

00:35:27: Also diese klassische Vorfreude springt so gar nicht mehr an.

00:35:30: Das wäre sowas wo ich schon mal ein bisschen drauf rumdenken würde wenn ich das an mir empfinde kann aber natürlich auch sein wenn man derjenige ist in der Familie, der für das alles sorgen muss.

00:35:41: Also dass es auch schön riecht und dass es Plätzchen gibt und das dekoriert ist und das alles sauber ist und dass alles eingekauft ist, dann kann es auch einfach Stress sein.

00:35:49: Da muss man vielleicht in einer Familie mal ein bisschen umschichten und Verantwortung verteilen wenn man sich da gar nicht mehr dran freuen kann weil's nur noch Stress ist.

00:35:57: Dann würde ich dann auch nochmal darüber nachdenken

00:36:00: Gibt es in Finnland eigentlich besonderen Gebräuche?

00:36:04: mit Sicherheit?

00:36:05: Ja.

00:36:06: Hallo,

00:36:06: der Weihnachtsmann wohnt in Finnlands.

00:36:08: Wusstest du das gar nicht?

00:36:09: Natürlich!

00:36:09: Das

00:36:10: ist verständlich.

00:36:12: Es gibt auch im Finnland gar nicht so weit von uns das Weihnachtsdorf sogar.

00:36:16: Der wohnt nämlich am Korvatunturi.

00:36:17: Das ist sein Berg oben in Norden von Ruvarnirmi.

00:36:24: Also Weihnachten ist ein großes Ding in Finnland.

00:36:27: Der finnische Weihnachtsmann hat Wichte, die ihn unterstützen und ich merke dass das ja langsam hier auch so bisschen greift.

00:36:34: Das

00:36:34: kann auch mega stressig sein.

00:36:36: also wenn du... Meine Frau das auch von ein paar Jahren mit den Wichteln... Wahnsinn!

00:36:40: Wie viel quatscht der auch?

00:36:41: Das muss er als vorbereiten.

00:36:42: Ja genau Kriegst du so einen Wichtel-Burnout?

00:36:45: Total, also deshalb würde ich da wirklich ein bisschen lieber reduzierter zu Werke gehen als dass man selber gar keinen Bock mehr auf Weihnachten hat was ja super schade wäre eigentlich.

00:36:55: Und eine Sache die habe mich auch das letztendlich in einem anderen Podcast gehört und irgendwo tauchte mich dann auf, dass sie finden die glücklichsten Menschen der Welt sind.

00:37:04: Stimmt das ist es wirklich so eine Studie?

00:37:06: und wie äußert sich das im Alltag?

00:37:09: Also das ist tatsächlich zum neunten Mal in Folge so, dass im sogenannten World Happiness Report die Finnen als das glücklichste Volk gelten.

00:37:17: Jetzt muss man aber wissen, dass diese groß angelegte weltweite Studie im Grunde aus einer Frage besteht... nämlich!

00:37:24: Wenn du dir eine Leiter vorstellst mit zehn Stufen und du bekuckst deine allgemeine Lebenszufriedenheit, wo würdest du dich dann verorten?

00:37:32: Und da rankten die Finnen tatsächlich immer oben.

00:37:35: Das heißt das streng genommen ist weniger um Glück geht und so punktuelles Feuerwerk an glücklich sein sondern es geht um eine Allgemeine-Lebenszufriedeheit.

00:37:44: Und das verstehe ich, dass die Finder gut ranken.

00:37:47: Weil sie einfach... Das hat dann verschiedene psychologische Parameter.

00:37:52: also Sie haben zum Beispiel ein großes Vertrauen in Ihre Mitmenschen.

00:37:56: Sie haben ein großes vertrauen in Institutionen!

00:38:00: Sie haben eine gute intakte Natur, die sie überall umgibt.

00:38:04: Sie habe ein gutes Gesundheitssystem und ein gutes Schulsystem.

00:38:07: Also da läuft vieles schon sehr, sehr gut was dazu beiträgt dass die ihr Leben insgesamt als zufrieden bewerten.

00:38:15: Glaubst du, wenn die Fynn mehr Tee trinken würden?

00:38:17: Dann würde es... Also statt Kaffee dann wird das noch besser.

00:38:20: Noch besser wäre's vielleicht, wenn sie nicht so viel Alkohol trinken würde!

00:38:25: Ja, das kann auch sein.

00:38:26: Ich weiß unser Geschäftsführer Thomas Holz der war ja schon in vielen Ländern.

00:38:31: Er hat ja auch damals der allererste Deutsche, der jemals Nepalisischen Tee aus Nepal nach Deutschland importiert hat, aus den NDR.

00:38:39: Und kennt ihn Himalaya sehr gut.

00:38:41: und bei Glück Und zur Friedenheit muss ich immer an Butan denken.

00:38:45: Denn Butane war ja auch vor einigen Jahren mal im Rahmen einer Nabu-Reise, wir sind ja seit vielen Jahren Nabu Unternehmensinitiativmitglied haben das auch mitgegründet und Butan ist ja auch ein Staat in Himalaya also ein Königreichsrat meine ich.

00:39:02: und die haben als oberstes Landesziel die Steigerung des Bruttosozial Glücks Und das finde ich eine ganz, ganz tolle Formulierung.

00:39:11: Ich glaube es ist auch einzigartig auf dieser Welt und das find ich ganz fantastisch.

00:39:16: Aber die Steigung des Bruttosozial-Glückes finde ich ein sehr schönes Ziel eigentlich.

00:39:21: Total!

00:39:26: Aber auch dazu gibt es ja Theorien, warum ist das so?

00:39:29: Dass die Leute dort zufriedener sind.

00:39:30: und ein Aspekt mit dem ich mich zuletzt viel beschäftigt habe war dass die Menschen in Butan einen viel selbstverständlicheren Umgang mit dem Thema Endlichkeit und Tod haben.

00:39:41: Und das klingt jetzt erst mal kontraintuitiv, weil die meisten, die so westeuropäisch zivilisiert sind wie wir dem Thema Endlichkeit und Tod lieber ausweichen.

00:39:51: Weil sie denken davon geht Traurigkeit aus und Bedrückung und das zieht uns runter.

00:39:56: und lasst das mal lieber so ganz an den Rand unseres Bewusstseins drängen dass das Leben endlich ist.

00:40:01: Und in Butan haben Sie einen gegenteiligen Take sondern sie haben eher eine Haltung macht ihr jeden Tag bewusst, dass du sterben wirst Dann genießt du die Zeit, die du hast anders.

00:40:14: Dann weißt du sie anders zu schätzen.

00:40:16: Dann fühlst du sie bewusster und das trägt dann unterm Strich auch zu mehr ja Bewusstheit aber auch zu Mehrzufriedenheit bei.

00:40:24: also mehr vielleicht dazu das Leben auch als Geschenk zu betrachten.

00:40:28: Das war das was ich zuletzt über butan gehört habe Und das finde ich Ja ein richtig interessanten Gedankengang.

00:40:36: klingt wirklich sehr, sehr schön.

00:40:37: Also ich hätte jetzt auch so vielleicht noch fünf Euro drauf gewettet dass ja im Himalaya gerade so Bhutan Tibet die Ecke egal wo du bist kriegst immer eine Tasse Tee angeboten.

00:40:47: leider ist das oft Buttertee.

00:40:48: Ich weiß nicht ob du dieses Konzept kennst es also schwarzer Tee also ursprünglich traditionell aus China gehandelt weil in Tibet wächst kein Tee von dort also wenig Tee und hat das früher mit den Chinesen also aus Südchina Juna die Ecken getauscht und aufgrund des relativ kagen Agrarwachstums da oben hat man eben dann Butter genommen, typischerweise Jagdbutter.

00:41:13: Genau, hat man dann mit Butter und Sahne den Tee gemischt und gesalzen.

00:41:16: Also es hat eher was von Brühe.

00:41:18: Richtig

00:41:18: super, würde ich sofort probieren!

00:41:21: Hier in Bonn zum Beispiel gibt's ein tibetisches Restaurant.

00:41:24: Das war das erste tibettische Restaurant In NRW, das gegründet wurde damals Von Exil-Tibetern Und da gehts Buttertee.

00:41:31: Allerdings nehmen die hier für Kuhmilch und Kuhbuttern nicht Jagd.

00:41:34: Ich glaube dass ist auch bei der Metro schwer zu kriegen.

00:41:37: Aber wenn Thomas aus dem Himalaya zurückkommt und sagt Ja ich kann erstmal keine Butter sehen Das kippt dann von der Glückseligkeit.

00:41:45: Zu viel Buttertee macht auch nicht glücklich, das macht nur sehr kalorisch.

00:41:49: Ich würde sofort probieren!

00:41:50: Das klingt ganz spannend... Von Menschen und Gärten.

00:41:56: Franka, gibt es in Finnland eigentlich einen Pondant zu dem dänischen Höge?

00:41:59: Also dieses Lebensgefühl.

00:42:00: Direkt zu Höge würde ich nicht sagen Es gibt ein Lebensgefühl das heißt Zisu.

00:42:05: Das ist aber eigentlich genau nicht so cosy und muckelig und gemütlich sondern Zisu kann man übersetzen mit Mut-und Durchsetzungsfähigkeit Und zäh bleiben auch wenn's mal schwierig wird.

00:42:19: Es ist eher so'n Resilienzkonzept also nicht so niedlich wie Höge.

00:42:25: Vielleicht resultiert Höhe irgendwann aus erfolgreichem

00:42:28: CSU.

00:42:28: Ja, das kann gut sein!

00:42:34: Unser Tee des Monats ist natürlich Karl Heinz der Herbst D. wie könnte es anders sein?

00:42:38: Passend zu dieser Folge Ist das auch etwas, was ganz viele Leute da draußen mit Vorfreude erfüllt?

00:42:45: Franka kennst du Karl-Heinz den Herbst?

00:42:47: Den

00:42:47: habe ich natürlich schon probiert.

00:42:49: Den hab' ich auch von Patientinnen und Patienten häufiger schon mal geschenkt bekommen.

00:42:52: Das ist so ein Selbstläufer geworden.

00:42:54: also Ich werde mit Karl Heinz öfter mal in Verbindung gebracht.

00:42:59: Das finde ich gut!

00:42:59: Und Karl-Hainz ist so eine Paradebeispiel wirklich von Vorfreuden weil es ist ein Saisontee der nicht dauerhaft das ganze Jahr verfügbar.

00:43:06: Und ich habe natürlich damals, als ich hier angefangen habe den Kardinalensfehler gemacht.

00:43:11: Alle Mitarbeitenden hier in Meckenheim kriegen pro Monat zweiundfünfzig Gramm Tee und da darfst du ja aussuchen was du möchtest.

00:43:18: Und dann habe ich in der Herbstzeit gesagt Klasse nehmt mich mir Karl-Heinz mit hatte aber nicht gedacht dass sich in dieser Zeit in der Verkostung jeden Tag mindestens fünf Mal Karl Heinz probieren muss.

00:43:28: und als ich dann meinen Monatztee hatte Dann hab' ich schon so viel Karl-Hainz getrunken.

00:43:32: Karl-

00:43:32: Heins ist nicht mehr

00:43:33: deins!

00:43:35: Ja doch, ich freue mich jedes Jahr drauf.

00:43:37: Karl-Heinz ist ein grandioser Tee.

00:43:38: also der Leute den Herbst für mich ein.

00:43:41: Aber

00:43:42: so ist das auch mit der Spargelzeit oder der Erdbeerzeit.

00:43:44: am Mann freut sich wie verrückt.

00:43:45: und dann ist es aber auch okay dass es da mir eine Pause gibt über den Tassenrand hinaus.

00:43:54: dein neues Buch erscheint bald.

00:43:55: die innere Oma lieber Franka wer ist die innre

00:43:58: Oma?

00:43:58: Die innre oma ist die Person die ich einmal sein werde.

00:44:04: Mein Zukunft selbst, das auf mein Leben zurückschaut und ich finde es ganz wichtig dass wir als liebevolles und positives Gegengewicht zu dem inneren Kind wo wir uns häufig mit unserer Biografie beschäftigen unseren Verletzungen und der Frage wo komme ich eigentlich her?

00:44:20: auch mal darauf schauen ja und wo will ich eigentlich hin und worauf möchte ich zurückschauen?

00:44:25: Und das Älteste ich, dass ich mal sein werde.

00:44:27: Dass auf dieses Leben jetzt zurückschaut für das mein jetziges heute schon die Vergangenheit

00:44:33: ist.".

00:44:33: Was würde dieses älteste Ich meine innere Oma mir dazu sagen?

00:44:38: Das ist die Idee!

00:44:39: ...

00:44:53: manchmal auch sehr schwierigen Thema und für alle, die darüber mehr erfahren möchten.

00:44:57: Da empfehlen wir natürlich deinen Podcast Psychologie To Go.

00:45:01: Den gibt's mit Sicherheit auf allen Podcast-Plattformen wo man euch hören kann.

00:45:08: Ich danke dir sehr für deine Zeit!

00:45:09: Wir haben schon fünfzehn Minuten gesprochen.

00:45:11: es geht rasend schnell immer... ...und ich könnte mich noch ganz lange mit ihr unterhalten.

00:45:17: Und ja, danke dir sehr für diese Worte und hoffe, dass du die eine oder andere Tasse Kaffee auch mal gegen eine oder anderen Tasse Tea tauscht.

00:45:24: Auf jeden Fall!

00:45:24: Wie gesagt über die Matschershalle unterhalten wir uns noch ne?

00:45:26: Da habe ich bestimmt...

00:45:28: Ja gerne!

00:45:29: Vielen Dank für die Einladung Daniel, dankeschön!

00:45:36: Das war der Podcast Einen im Themet von Teke Schwendner.

00:45:39: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:45:41: Wenn es dir gefallen hat abonniere gerne den Podcast auf deiner Lieblingsplattform.

00:45:45: Wir freuen uns wenn Du auch in der nächsten Folge wieder mit dabei bist.

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